Aus der Gerüchteküche
Was ist dran am »Märchen vom Weihnachts-Schokohasen«?



Wie jedes Jahr in der Zeit vor und nach den Weihnachts-Feiertagen wird das Märchen vom „zum Schoko-Osterhasen umgeschmolzenen Weihnachtsmann“ wiederbelebt.
Doch auch durch ständige Wiederholungen wird daraus keine wahre Geschichte – und das ist ganz einfach erklärt:


Aus Weihnachtsmännern werden keine Osterhasen

1) Das Lebensmittelrecht

Aus Hygienegründen ist den Herstellern von Lebensmitteln grundsätzlich verboten, Produkte, die das Werk verlassen haben, wieder zurückzunehmen um sie erneut in den Produktionskreislauf einzubeziehen. Das klingt logisch vor allem wenn man bedenkt, was auf diesem Weg in die Produktion gelangen könnte. Die Hersteller von Schoko-Osterhasen, -Nikoläusen oder -Weihnachtsmännern fertigen ihre Saisonartikel stets aus frisch hergestellter Schokoladenmasse.

2) Das Mindesthaltbarkeits-Datum

Weihnachtsmänner werden zu über 90 Prozent aus Vollmilchschokolade hergestellt. Das darin enthaltene Milchfett bringt es mit sich, dass Milchschokoladen üblicherweise als Mindesthaltbarkeits-Datum (MHD) nur etwa ein Jahr ausweisen. Die Produktion von Weihnachtsmännern beginnt in den Schokoladenfabriken normalerweise im Mai oder Juni um ab Mitte Oktober an den Handel ausgeliefert zu werden. Wenn nun nicht verkaufte Restbestände nach Weihnachten zu den Herstellern zurückgebracht und in die Osterhasen-Schokolade gemischt würden, läßt sich schnell ausrechnen, welchen Einfluss das auf die MHD-Bilanz hätte.

3) Das Logistik-Problem

Dem Märchen nach nehmen die Hersteller angeblich nicht verkaufte Weihnachtsmänner wieder zurück (stimmt jedoch nicht s. Pos. 1). Wenn es aber doch so wäre, dann müsste zunächst jemand die Restanten einsammeln, nach Hersteller sortieren um diese den einzelnen Firmen zurückzubringen. Dort angekommen müssten sie von fleißigen Händen einzeln ausgepackt werden und wären dann erst bereit zum Wiedereinschmelzen. Bis es aber soweit gekommen ist, dann könnte Ostern vielleicht schon vorbei sein.

4) Die Kosten

Wer nun behauptet, die Hersteller könnten damit Geld sparen, dem zerfließen die Argumente wie heiße Schokolade. Das Ganze würde nämlich die Schoko-Hasen um etwa 30 Prozent teurer machen und wäre somit ökonomisch nicht sinnvoll.

Bleiben aber doch noch einige Schoko-Weihnachtsmänner unverkauft in den Regalen werden Saisonartikel im Lebensmitteleinzelhandel in der Regel zu reduzierten Preisen angeboten oder sie werden kostenlos an gemeinnützige Organisationen weitergegeben.

Wer daheim einen Schoko-Weihnachtsmann übrig behält, kann ihn sehr gut als Zutat für einen leckeren Nachtisch wie beispielsweise Mousse au Chocolat verwenden oder auch zerkleinert über Pudding streuen bzw. in einen Kuchenteig rühren.


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