Nachhaltigkeits-Siegel für Kakao und Schokolade

Nachhaltigkeits-Initiative des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI)

Kakao ist ein wichtiger Rohstoff für die deutsche Süßwarenindustrie, besonders für die Herstellung von Schokolade, aber auch für andere Produkte der Branche. Über 10 % der Weltkakaoernte werden allein in Deutschland verarbeitet. Die deutschen Unternehmen sehen sich in einer Mitverantwortung für die gesamte Kakao-Wertschöpfungskette. Ein verantwortungsvoller und schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen ist eine wichtige Säule, um die Lebensgrundlage künftiger Generationen zu erhalten. Dies gilt vor allem für den für die Branche so wichtigen Rohstoff: Kakao. Mehr Kakao soll nachhaltig erzeugt werden, nicht zuletzt, um den weltweit steigenden Bedarf auch in Zukunft decken zu können. Die Professionalisierung des Kakaoanbaus und eine damit einhergehende Verbesserung der Lebensverhältnisse von Millionen Kakaobäuerinnen und -bauern und ihren Kindern, insbesondere in Westafrika, stehen dabei im Vordergrund.

Die deutsche Süßwarenindustrie engagiert sich intensiv für einen nachhaltigen Kakaoanbau und kommt dabei gut voran. Allerdings kann unser ambitioniertes Bemühen langfristig nur dann zum Erfolg geführt werden, wenn jeder in der Kakaolieferkette seinen Beitrag leistet.

Stephan Nießner, Vorsitzender des BDSI

Im Jahr 2016 stieg der Anteil
an nachhaltig erzeugtem Kakao in den
in Deutschland verkauften Süßwaren
auf 45 %.

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2011 lag dieser Anteil noch bei ca. 3 %.

 


Der BDSI hatte seinen Mitgliedern im Jahr 2012 empfohlen, den Anteil nachhaltig erzeugten Kakaos in den in Deutschland verkauften Süßwaren in den kommenden Jahren deutlich zu erhöhen, um für die Gesamtbranche einen Anteil von 50 % im Jahre 2020 zu erreichen. Bis zum Jahr 2025 soll der Anteil 70 % betragen.

Auf diesem Weg kommt die Süßwarenindustrie gut voran. Im Jahr 2011 lag der Anteil bei ca. 3 %, 2012 bei 7 % und 2013 bei 17,5 %. Im Jahr 2014 stieg er weiter auf 27 %, lag 2015 bei 39 % und stieg 2016 auf 45 %.

prozentuale Anteile in 2011 3%

prozentuale Anteile in 2012 7%

prozentuale Anteile in 2013 17,5%

prozentuale Anteile in 2014 27%

prozentuale Anteile in 2015 39%

prozentuale Anteile in 2016 45%


Dies sind positive Zeichen dafür, dass Nachhaltigkeit in der süßen Branche uneingeschränkte Zustimmung findet – es sind aber auch Belege dafür, dass sich die fruchtbare Zusammenarbeit mit den etablierten Zertifizierungsorganisationen erfolgreich gestaltet.

Logo fairtrade und fairtrade cocoa

Fairtrade:

www.fairtrade-deutschland.de

Die Bewegung des fairen Handelns geht zurück in die 1950er Jahre und der Gründung der Weltläden. Ziel der Bewegung ist es, die Handelspositionen von Bauern zu verbessern. Fairtrade fördert daher die Bildung von Kooperativen, die Zugang zu den globalen Märkten erhalten sollen. Ein Kennzeichen dieser Bewegung ist der garantierte Mindestpreis, der den Farmern gewährt wird. Überdies beinhaltet das Siegel einen Fairtrade-Bonus, der nicht dem Einzelfarmer, sondern der Kooperative für ihre Querschnittsaufgaben zugutekommt. Voraussetzung ist allerdings, dass die Produkte als Siegelware verkauft werden können. Finden sie keine Abnehmer und werden zu den üblichen Marktpreisen verkauft, gleicht Fairtrade die Differenz nicht aus. Fairtrade ist gleichzeitig auch Handelshaus und vertreibt die fair gesiegelten Waren auf verschiedenen Kanälen. Die langjährige Partnerschaft mit dem Handelshaus GEPA, Grundlage für den Zugang zu den Weltläden, wurde 2013 beendet. Speziell für den Rohstoff Kakao hat Fairtrade 2015 ein eigenes Siegel eingeführt, Fairtrade Cocoa. Es ist für Schokoladen vorgesehen, deren einziger Fair zertifizierter Rohstoff Kakao ist.

rainforest alliance

Rainforest Alliance:

www.rainforest-alliance.org/de

Kernpunkt der Arbeit der Rainforest Alliance ist der Einsatz für den Erhalt tropischer Regenwälder und ihrer Artenvielfalt. Der SAN-Standard des Sustainable Agriculture Network (Netzwerk für Nachhaltige Landwirtschaft) ist Grundlage für das Siegel Rainforest Alliance CertifiedTM und sieht vor, Entwaldung und Zerstörung von Ökosystemen als Lebensraum zahlreicher Arten zu stoppen. Mittel zum Zweck sind eine nachhaltige Landwirtschaft und langfristige Lebensgrundlagen für Farmer, ihre Familien und Gemeinden. In der Zusammenarbeit mit den Farmern gewährt das Siegel der Rainforest Alliance keine Mindestpreise; dennoch liegen die Produzentenpreise in der Regel höher als im konventionellen Anbau. Dies erreichen die Farmer durch verbesserte Anbaupraktiken, höhere Erträge, höhere Qualität ihrer Ernte, bessere Kosteneffizienz und Zugang zu globalen Märkten. Der SAN-Standard berücksichtigt überdies die Interessen von dauerhaft angestellten Arbeitern, aber auch von Saisonarbeitern. Er ist auf jedwede Flächengröße gleichermaßen anzuwenden. Anders als Fairtrade, die vornehmlich Kleinbauern und Kooperativen unterstützen, steht die Zertifizierung Kleinbauern und Großplantagen offen.

uts certified

UTZ Certified:

www.utzcertified.org/de

Anders als Fairtrade und die Rainforest Alliance ist UTZ nicht aus einer sozialen Bewegung heraus entstanden. UTZ ist ein Holland ansässige Stiftung, die von dem Kaffeeröster Ahold Coffe Company mitbegründet wurde. UTZ baut einen offenen und transparenten Markt für landwirtschaftliche Produkte auf. Das UTZ Rückverfolgbarkeitssystem stellt besondere Herausforderungen an jedes Glied der Produktionskette, ermöglicht aber eine transparente Kette vom Farmer zum Produkt. Der UTZ-Verhaltenskodex fordert sowohl Umweltschutzmaßnahmen als auch die Gewährleistung sozialer Grundbedingungen. In diesen Punkten ähnelt UTZ der Rainforest Alliance.

Weiterführende Informationen

Forum nachhaltiger Kakao: Nachhaltigkeitsinitiative mit rund 60 Mitgliedern aus Industrie, Handel, Politik und Zivilgesellschaft.

Pressemitteilung des BDSI:
»Forum Nachhaltiger Kakao« als Leuchtturm-Projekt der Bundesregierung ausgezeichnet.

Erklärung des BDSI zur Nachhaltigkeit im Kakaosektor, Stand: März 2012


Wir über uns

Das Info-Zentrum Schokolade ist eine Einrichtung der Produktgruppe Schokolade, Schokoladewaren und Kakao im Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie e.V., Bonn.

Wir sind Kontaktstelle für Journalisten, Autoren und Redakteure der Print-, Hörfunk- und TV-Medien als auch Informationsquelle für Lehrer aller Schultypen, Studenten, Handelsorganisationen und interessierte Verbraucher.

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