Der Weg zur Industrie-Produktion

Stich aus der Folge Schauplatz der Natur und Künste anno 1775

Schokoladenherstellung am Ende des 18. Jahrhunderts. Stich aus der Folge »Schauplatz der Natur und Künste«, 1775.


Den tatsächlichen Siegeszug der Schokolade verdanken wir einer facettenreichen Kette geschichtlicher, kultureller und technischer Entwicklungen. Die wachsende Begehrlichkeit nach Kakao führte bald zur Überwindung des spanischen Monopols auf Kakaopflanzen. Mit dem Ausbau der Anbauflächen auf westafrikanische Regionen kam immer mehr Kakao auf den Markt.


handbemaltes Porzellan anno 1740

Schokoladenkanne aus Silber gegossen und getrieben, mit fast horizontalem Griff und kunstvoll bemalte Porzellantassen, um 1790

Feines Porzellan für den kultivierten Genuss.

Zeitgleich führte die Produktion von Porzellan aus europäischen Manufakturen zu einer wahren Beflügelung des Schokoladengenusses. Waren die hauchfeinen, temperatur- und geschmacksneutralen Porzellangefäße wie geschaffen für den Genuss von Trinkschokolade.

Kennzeichen der »Chocolatière« waren ein kurzer Ausguss, ein seitlicher Griff und ein Loch im Deckel, durch das man den Schokoladenquirl einführte.


Ein weiterer Meilenstein war die Erfindung des Chemikers Andreas Sigismund Markgraf (1709 - 1782), er entdeckte ein bahnbrechendes Verfahren zur Produktion des Rübenzuckers – der schon bald den Rohrzucker ablöste.

So konnte Schokolade schon bald Heerscharen begeisterter Freunde gewinnen. Darunter die österreichische Kaiserin Maria Theresia und kein Geringerer als der Geheime Rat Johann Wolfgang von Goethe, der in seinem Reisegepäck stets Schokolade mit sich führte.


"Wer eine Tasse Schokolade getrunken hat der hält einen ganzen Tag auf der Reise aus. Ich tue es immer, seit Herr von Humboldt es mir geraten hat. "

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

1776 wurde in Frankreich die erste mit Dampfkraft betriebene Schokoladenmaschine in Betrieb genommen.

Bahnbrechend war auch die Entwicklung von Maschinen zur Herstellung von Schokolade, die schon bald die immer noch handwerklich strukturierte Produktion ablösten. Zum Zerkleinern und Zermahlen der Kakaobohnen nutzten die Spanier die Pferdekraft, die Holländer ihre Windmühlen und Italiener sowie Schweizer die Wasserkraft. Und 1776 wurde in Frankreich die erste mit Dampfkraft betriebene Schokoladenmaschine in Betrieb genommen.

erste mit dampfmaschinen betriebene schokoladenfabrik anno 1776

Ein Blick auf die im 19. Jahrhundert registrierten Gründungen von zum Teil heute noch aktiven Schokoladefirmen spiegelt anschaulich die Entwicklung einer Branche wieder, die von ständig steigenden Kakaoanbauquoten beflügelt für die Produktion eines der beliebtesten Genussmittels sorgen: 1804 Halloren, 1815 Van Houten, 1819 Cailler, 1826 Suchard, 1839 Stollwerck, 1845 Sprüngli, 1851 Cadbury, 1851 Sprengel, 1855 Mauxion und 1868 Sarotti. 1826 hatte Henri Nestle in der Schweiz ein Verfahren zum Pulverisieren von Milch entwickelt. M. Daniel Peter gelang es, mit Hilfe dieser Trockenmilch 1875 die erste Milchschokolade zu produzieren.

Die Erfindung der Schmelzschokolade ist Rudolf Lindt zu verdanken, der 1879 das Conchieren (abgeleitet von der Gefäßform span. Concha = Muschel) entdeckte. Diese Warmbewegungs-Behandlung der Schokoladenmasse verleiht dem Endprodukt seinen unvergleichlichen Schmelz.

Conchen-Saal der Firma Lindt und Sprüngli Ende des 18. Jahrhunderts. Links im Bild die von Rudolf Lindt erfunden Conchen.

Conchen-Saal der Firma Lindt und Sprüngli Ende des 18. Jahrhunderts

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