Anteil des nachhaltig zertifizierten Kakaos in den in Deutschland verkauften Süßwaren steigt auf 77 Prozent

Im Jahr 2020 erreichte der Anteil an nachhaltig zertifiziertem Kakao in den in Deutschland verkauften Süßwaren 77 % – so das Ergebnis einer aktuellen Erhebung des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) bei seinen Mitgliedsunternehmen. Dies bedeutet eine weitere Steigerung gegenüber dem Jahr 2019 (72 %).
„Bei der ersten Erhebung des BDSI für das Jahr 2011 lag dieser Anteil bei nur ca. 3 % und liegt heute bei 77 %. Das ist eine großartige Leistung der Süßwarenindustrie, die alle Unternehmensgrößen einbezieht und zudem die Vorreiterrolle Deutschlands im Bemühen um mehr Nachhaltigkeit im Kakaosektor unterstreicht“, erläutert Bastian Fassin, Vorsitzender des BDSI.

Bei den vielfältigen Aktivitäten der deutschen Süßwarenindustrie für einen nachhaltigen Kakaoanbau stehen die Verbesserung der Lebensverhältnisse der Kleinbauern und ihrer Familien, insbesondere in Westafrika, im Vordergrund. Viele deutsche Süßwarenhersteller beteiligen sich an oder haben sogar eigene Projekte und Programme, die Landwirte und ihre Gemeinden in die Lage versetzen, ihr Einkommen zu verbessern, den Kakaoanbau produktiver und klimaresistenter zu gestalten, die Umwelt zu schützen und die Entwaldung zu bekämpfen sowie die Rechte der Menschen in der Lieferkette zu respektieren. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette.

Zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise gehören vor allem gute Anbaupraktiken und der verantwortungsbewusste Umgang mit natürlichen Ressourcen sowie vor allem Arbeitspraktiken, die weder Kinder noch Erwachsene ausbeuten.
Die Zertifizierung ist dabei ein sehr wichtiger Baustein für die Entwicklung eines nachhaltigen Kakaosektors. In den wichtigsten Zertifizierungsstandards von Fairtrade und Rainforest Alliance werden strenge Anforderungen an die Verhinderung von missbräuchlicher Kinderarbeit gestellt und von den jeweiligen Organisationen vor Ort kontrolliert. Beide Siegel stehen für rund 75 % des eingesetzten nachhaltigen Kakaos. Ebenfalls große Bedeutung haben vergleichbare Unternehmensprogramme, welche regelmäßig von unabhängigen Dritten geprüft werden. Die Unternehmen kommen damit ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht in der Kakaolieferkette nach.

Weiterhin engagiert sich der BDSI intensiv im „Forum Nachhaltiger Kakao“, einer 2012 gegründeten Gemeinschaftsinitiative. Neben Mitgliedern aus der Schokoladen- und Süßwarenindustrie sowie des Lebensmittelhandels setzen sich in dieser Organisation unter anderem auch die Bundesregierung, Nicht-Regierungsorganisationen und standardsetzende Vereinigungen wie Fairtrade und die Rainforest Alliance ein.