Siegel für Kakao und Schokolade


Nachhaltigkeits-Initiative des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e. V. (BDSI)

Kakao ist ein wichtiger Rohstoff für die deutsche Süßwarenindustrie, besonders für die Herstellung von Schokolade, aber auch für andere Produkte der Branche. Über 10 % der Weltkakaoernte werden allein in Deutschland verarbeitet. Die deutschen Unternehmen sehen sich in einer Mitverantwortung für die gesamte Kakao-Wertschöpfungskette. Ein verantwortungsvoller und schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen ist eine wichtige Säule, um die Lebensgrundlage künftiger Generationen zu erhalten. Dies gilt vor allem für den für die Branche so wichtigen Rohstoff: Kakao. Mehr Kakao soll nachhaltig erzeugt werden, nicht zuletzt, um den weltweit steigenden Bedarf auch in Zukunft decken zu können. Die Professionalisierung des Kakaoanbaus und eine damit einhergehende Verbesserung der Lebensverhältnisse von Millionen Kakaobäuerinnen und -bauern und ihren Kindern, insbesondere in Westafrika, stehen dabei im Vordergrund. Die Unternehmen in Deutschland sind sich außerdem einig, dass missbräuchliche Kinderarbeit gänzlich inakzeptabel ist.

Im Jahr 2018 stieg der Anteil an nachhaltig erzeugtem Kakao in den in Deutschland verkauften Süßwaren auf 62 %.

Deutsche Süßwarenindustrie: starkes Engagement für nachhaltigen Kakao

Der BDSI hatte seinen Mitgliedern im Jahr 2012 empfohlen, den Anteil nachhaltig erzeugten Kakaos in den in Deutschland verkauften Süßwaren in den kommenden Jahren deutlich zu erhöhen, um für die Gesamtbranche einen Anteil von 50 % im Jahre 2020 zu erreichen.

Auf diesem Weg kommt die Süßwarenindustrie gut voran. Im Jahr 2011 lag der Anteil bei ca. 3 %, 2012 bei 7 % und 2013 bei 17,5 %. Im Jahr 2014 stieg er weiter auf 27 %, lag 2015 bei 39 % und stieg 2016 auf 45 %. Im Jahr 2017 erreichte der Anteil an nachhaltig erzeugtem Kakao in den in Deutschland verkauften Süßwaren 55 %.

Anfang 2018 hatte der BDSI seine bisherigen Nachhaltigkeitsziele heraufgesetzt und empfiehlt seinen Mitgliedern, den Anteil nachhaltig erzeugten Kakaos in den in Deutschland verkauften Süßwaren auf 75 % im Jahr 2025 zu erhöhen.

  • prozentualer Anteil in 2011 3%
  • prozentualer Anteil in 2012 7%
  • prozentualer Anteil in 2013 17.5%
  • prozentualer Anteil in 2014 27%
  • prozentualer Anteil in 2015 39%
  • prozentualer Anteil in 2016 45%
  • prozentualer Anteil in 2017 55%
  • prozentualer Anteil in 2018 62%
Dies sind positive Zeichen dafür, dass Nachhaltigkeit in der süßen Branche uneingeschränkte Zustimmung findet – es sind aber auch Belege dafür, dass sich die fruchtbare Zusammenarbeit mit den etablierten Zertifizierungsorganisationen erfolgreich gestaltet.

 

Die Bewegung des fairen Handelns geht zurück in die 1950er Jahre und die Gründung der Weltläden. Ziel der Bewegung ist es, die Handelspositionen von Bauern zu verbessern. Fairtrade fördert daher die Bildung von Kooperativen, die Zugang zu den globalen Märkten erhalten sollen. Ein Kennzeichen dieser Bewegung ist der garantierte Mindestpreis, der den Farmern gewährt wird. Überdies beinhaltet das Siegel einen Fairtrade-Bonus, der nicht dem Einzelfarmer, sondern der Kooperative für ihre Querschnittsaufgaben zugutekommt. Voraussetzung ist allerdings, dass die Produkte als Siegelware verkauft werden können. Finden sie keine Abnehmer und werden zu den üblichen Marktpreisen verkauft, gleicht Fairtrade die Differenz nicht aus. Fairtrade ist gleichzeitig auch Handelshaus und vertreibt die fair gesiegelten Waren auf verschiedenen Kanälen. Die langjährige Partnerschaft mit dem Handelshaus GEPA, Grundlage für den Zugang zu den Weltläden, wurde 2013 beendet. Speziell für den Rohstoff Kakao hat Fairtrade 2015 ein eigenes Siegel eingeführt, Fairtrade Cocoa. Es ist für Schokoladen vorgesehen, deren einziger fair zertifizierter Rohstoff Kakao ist.

 

Rainforest Alliance & UTZ

www.rainforest-alliance.org/de

Kernpunkt der Arbeit der Rainforest Alliance ist der Einsatz für den Erhalt tropischer Regenwälder und ihrer Artenvielfalt. Der Sustainable Agriculture Standard (SAS) ist Grundlage für das Siegel der Rainforest Alliance Certified™ und sieht vor, Entwaldung und Zerstörung von Ökosystemen als Lebensraum zahlreicher Arten zu stoppen. Mittel zum Zweck sind eine nachhaltige Landwirtschaft und langfristige Lebensgrundlagen für Farmer, ihre Familien und Gemeinden. In der Zusammenarbeit mit den Farmern gewährt das Siegel der Rainforest Alliance keine Mindestpreise; dennoch liegen die Produzentenpreise in der Regel höher als im konventionellen Anbau. Dies erreichen die Farmer durch verbesserte Anbaupraktiken, höhere Erträge, höhere Qualität ihrer Ernte, bessere Kosteneffizienz und Zugang zu globalen Märkten. Der SAS berücksichtigt überdies die Interessen von dauerhaft angestellten Arbeitern, aber auch von Saisonarbeitern. Er ist auf jedwede Flächengröße gleichermaßen anzuwenden. Anders als Fairtrade, die vornehmlich Kleinbauern und Kooperativen unterstützen, steht die Zertifizierung Kleinbauern und Großplantagen offen.

Anders als Fairtrade und die Rainforest Alliance ist UTZ nicht aus einer sozialen Bewegung heraus entstanden. UTZ, heute mit der Rainforest Alliance fusioniert, war eine in Holland ansässige Stiftung, die von dem Kaffeeröster Ahold Coffee Company mitbegründet wurde. UTZ baute einen offenen und transparenten Markt für landwirtschaftliche Produkte auf. Das UTZ-Rückverfolgbarkeitssystem stellt besondere Herausforderungen an jedes Glied der Produktionskette, ermöglicht aber eine transparente Kette vom Farmer zum Produkt. Der UTZ-Verhaltenskodex fordert sowohl Umweltschutzmaßnahmen als auch die Gewährleistung sozialer Grundbedingungen. In diesen Punkten ähnelt UTZ der Rainforest Alliance.

Um die drängendsten „Hot Spots“ der Gegenwart effektiv zu adressieren – Klimawandel, Entwaldung, Armut, soziale Ungleichheit – sind auch Organisationen wie die Rainforest Alliance darauf angewiesen, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, zu lernen und zu erneuern.
Mit dem im Jahr 2018 vollzogenen Zusammenschluss bündeln die zwei Umweltorganisationen ihre Kräfte, um gemeinsam mehr erreichen zu können. Ziel ist es, größer und schlagkräftiger zu werden und konsequent daran zu arbeiten, Wälder zu erhalten und landwirtschaftlich genutzte Räume fit für die Zukunft zu machen. Wir werden uns weiterhin dafür engagieren, ein nachhaltigeres Auskommen für Menschen zu ermöglichen, die von Land- und Forstwirtschaft leben – vor allem in vom Klimawandel gefährdeten Regionen, in denen sich Gemeinden besonders wappnen müssen. “Wir werden helfen, unternehmerisches Handeln hin zu mehr Nachhaltigkeit erfolgreich zu transformieren, notwendige Innovation in Lieferketten zu fördern und Verbraucher für positiven Wandel zu gewinnen”, so die vereinte Rainforest Alliance.